Um einen Brief zu schreiben (mein Drucker streikte mal wieder), habe ich dann doch die alte Schreibmaschine aus dem Keller geholt. Aber wie das so ist. Wenn es so einfach wäre, wäre es ja auch langweilig.
Das Farbband war so trocken, dass es nicht mal mehr einen Schatten auf das Papier brachte. Kein Wunder nach fast 10 Jahren Untätigkeit im dunklen Gewölbe. Ich also nicht faul, zum Händler meines Vertrauens gefahren, mit Muster, versteht sich. Und der nette junge Herr holte auch sofort ein “passendes” Gegenstück aus dem Regal. Nach dem unvermeidlichen Besuch an der Kasse (Kinder, was kostet an so einem bisschen Plastik mit ein wenig Baumwolle und schwarzer Tinte denn bitteschön 8,95 Euro???) fuhr ich also stolz mit meiner neuen Errungenschaft nach Hause.
Doch wie groß war meine Enttäuschung, als sich das gute Stück nicht so einfach in die passende Führung einbauen lassen wollte.
Also am nächsten Tag denselben Weg noch mal. Der Verkäufer an diesem Tag (optisch kurz vor der Rente) beschaute sich beide Exemplare, lächelte mich verschwörerisch an und erklärte mir dann: “Das Band paßt. Die Breite ist gleich. Für so alte Maschinen gibt es aber keine passenden Spulen mehr. Da hat er Ihnen schon das Richtige verkauft. Das muss man umspulen. Am besten, Sie ziehen dabei Handschuhe an, sonst …”
Was sonst, wollte ich gar nicht mehr hören. Mit einem leisen “OK, danke schön.” machte ich mich also wieder auf den Weg. Was soll man da auch noch sagen? Jetzt liegt das Corpus delicti auf dem Tisch und wartet auf eine weitere Verwendung. Denn, oh Wunder, nachdem ich nach Hause kam, ging auch der Drucker wieder.
Ich wundere mich über gar nichts mehr. Aber bei Gelegenheit werde ich es dann doch mal “umspulen” und in die Maschine einsetzen. Denn dann werde ich es wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre nicht mehr brauchen.

Ich werde jetzt mal Einweghandschuhe besorgen. Damit nächste Woche nicht jeder glaubt, ich hätte Fingerabdrücke abgeben müssen
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